Grundlagen
Was versteht man unter Offline-Kartenzahlung?
Eine Kartenzahlung wird ohne aktuelle Online-Verbindung verarbeitet.
Karte und Terminal können eine Zahlung auch dann verarbeiten, wenn die Verbindung zum Zahlungsnetzwerk vorübergehend ausfällt. Dafür müssen das jeweilige Offline-Verfahren, die Karte, das Terminal und der Zahlungsanbieter geeignet sein. Bei Offline-EMV wird lokal genehmigt; bei Store-and-Forward wird später online autorisiert.
Was bedeutet Offline-EMV?
Die Karte kann die Zahlung nach lokalen EMV-Regeln genehmigen.
Das Terminal prüft die unterstützten Funktionen und Risikoregeln und fordert den Kartenchip zur Entscheidung auf. Der Chip kann die Transaktion offline genehmigen, ablehnen oder eine Online-Autorisierung verlangen. Bei einer Offline-Genehmigung werden die Daten später zur Abrechnung übermittelt.
Braucht Offline-EMV später noch eine Autorisierung?
Nein, wenn die EMV-Zahlung bereits offline genehmigt wurde.
Bei einer tatsächlich offline genehmigten EMV-Transaktion ist keine nachträgliche Online-Autorisierung durch die kartenausgebende Bank erforderlich. Die Zahlung muss nach Rückkehr der Verbindung dennoch zur Abrechnung übermittelt werden.
Wie funktioniert Offline-EMV grundsätzlich?
Karte und Terminal prüfen und genehmigen die Zahlung lokal.
- Der Kunde bezahlt mit einer unterstützten Chipkarte.
- Karte und Terminal prüfen die hinterlegten Offline- und Sicherheitsregeln.
- Unter zulässigen Bedingungen wird die Zahlung lokal genehmigt.
- Die Transaktionsdaten werden später zur Abrechnung übertragen.
Wie prüft Offline-EMV die Zahlung?
Der Chip und das Terminal prüfen hinterlegte Sicherheitsregeln.
Die Prüfung nutzt Informationen und Sicherheitsfunktionen, die im Kartenchip und im Terminal hinterlegt sind.
- Echtheit der Karte: Das Terminal kann die Chipdaten kryptografisch überprüfen.
- Zahlungsbetrag: Hinterlegte Betragsgrenzen und Risikoregeln werden berücksichtigt.
- Kartenherausgeber: Chipregeln bestimmen mit, wann eine Online-Prüfung nötig ist.
- PIN: Wenn vorgesehen, kann der Chip die Offline-PIN lokal prüfen.
Nicht jede Karte und jedes Terminal unterstützen alle Funktionen.
Was passiert bei ungedecktem Bankkonto?
Die aktuelle Kontodeckung lässt sich offline nicht sicher prüfen.
Eine sofortige Online-Prüfung des Kontos findet nicht statt. Das Risiko wird durch Karten- und Terminalregeln, Betragsgrenzen und weitere Beschränkungen begrenzt. Im geplanten Schweizer Branchenmodell übernehmen kartenausgebende Banken einen Teil des Risikos. Eine allgemeine Zahlungsgarantie ergibt sich daraus nicht; massgebend bleiben die konkreten Regeln.
Was geschieht bei Offline-EMV nach Rückkehr des Internets?
Die offline genehmigte Zahlung wird zur Abrechnung übermittelt.
Die bereits offline genehmigte EMV-Transaktion wird nach Wiederherstellung der Verbindung zur Abrechnung übertragen. Für diese Zahlung ist keine zusätzliche Online-Autorisierung vorgesehen.
Was bedeutet Store-and-Forward (SAF)?
Zahlung zuerst speichern und später online autorisieren lassen.
Bei Store-and-Forward erfasst das Terminal eine Kartentransaktion zunächst ohne sofortige Online-Autorisierung und speichert sie. Sobald wieder eine Verbindung besteht, wird die Zahlung zur Autorisierung eingereicht. Anders als bei einer bereits offline genehmigten EMV-Zahlung kann der Kartenherausgeber sie dann noch ablehnen.
Häufige Händlerfragen
Funktioniert TWINT bei einem Netzausfall ohne Internet?
Nein, nicht ohne funktionierende Internetverbindung.
Die TWINT-App benötigt für Zahlungen eine aktive Datenverbindung. Fällt nur das WLAN oder die lokale Internetleitung aus, kann TWINT je nach Kassenanbindung weiter funktionieren, wenn die Beteiligten über ein anderes Netz – beispielsweise Mobilfunk – online bleiben. Bei einem vollständigen Ausfall aller benötigten Datenverbindungen ist TWINT keine Ersatzlösung für echte Offline-Kartenzahlungen. TWINT bei Netzausfall im Ratgeber →
Funktioniert jede Karte an einem Offline-Terminal?
Nein. Karte, Terminal, Kartenverfahren und Freischaltung müssen zusammenpassen.
Fragen Sie nach einer verbindlichen Liste der unterstützten Zahlungsmittel und Bedingungen für Ihr konkretes Setup.
Muss ich mein Terminal im Februar 2027 ersetzen?
Nein, eine solche allgemeine Austauschpflicht ergibt sich aus der Mastercard-Ankündigung nicht.
Die Kartenfrist betrifft neue Karten. Die Terminalfrist betrifft neu installierte und ersetzte Geräte bis Mai 2027. Prüfen Sie bestehende Geräte mit Ihrem Anbieter.
Ist Offline-EMV dasselbe wie Store-and-Forward?
Nein. Offline-EMV beinhaltet eine lokale Entscheidung unter Beteiligung der Karte.
Store-and-Forward verschiebt die Online-Autorisierung. Das kann andere Ablehnungs- und Haftungsrisiken mit sich bringen.
Kann ich bei einem vollständigen Stromausfall weiter kassieren?
Ja, mit geeigneter Notstromversorgung – sofern das verwendete Zahlungsverfahren weiterhin funktioniert.
Ein mobiles Kartenterminal kann dank geladenem Akku weiterarbeiten. Für stationäre Terminals, Router und Kassensysteme kann eine geeignete unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) notwendig sein. Ob Zahlungen möglich bleiben, hängt ausserdem von der verfügbaren Datenverbindung oder einem ausdrücklich unterstützten Offline-Verfahren ab.
Gibt es ein einheitliches Offline-Limit?
Ein allgemeingültiger CHF-Betrag wird hier nicht behauptet.
Verbindliche Limits und allfällige Garantien müssen Sie für Karte, Verfahren und Vertrag bei Ihrem Anbieter klären.
Was geschieht nach der Wiederverbindung?
Gespeicherte Vorgänge werden gemäss dem jeweiligen Verfahren nachgereicht und verarbeitet.
Kontrollieren Sie Übermittlung und Abrechnung. Eine am Terminal angenommene Zahlung ist keine pauschale Zusage einer späteren Gutschrift.
Sind kontaktlose Zahlungen und Smartphone-Wallets ebenfalls abgedeckt?
Nicht automatisch. Die Unterstützung muss für jede Zahlungsart separat bestätigt werden.
Auch wenn eine gesteckte Chipkarte offline verwendet werden kann, gilt das nicht zwingend für kontaktlose Karten oder Smartphone-Wallets wie Apple Pay und Google Pay. Ob diese Zahlungsarten bei einem Netzausfall funktionieren, hängt von Kartenverfahren, Wallet, Terminal und Zahlungsanbieter ab.
Verfahren und Fachbegriffe
Was unterscheidet Offline-EMV und Store-and-Forward?
Offline-EMV genehmigt lokal; SAF autorisiert erst später online.
Offline-EMV: Karte und Terminal treffen eine lokale Genehmigungsentscheidung. Store-and-Forward: Die Zahlung wird gespeichert und erst später online autorisiert. Deshalb ist das Risiko einer nachträglichen Ablehnung bei Store-and-Forward höher.
Ist eine Offline-PIN dasselbe wie Offline-EMV?
Nein, Offline-PIN ist nur eine Art der PIN-Prüfung.
Bei der Offline-PIN prüft der Kartenchip die eingegebene PIN vor Ort, ohne sie dafür online an den Kartenherausgeber zu senden. Das bestätigt die Karteninhaberprüfung, bedeutet aber nicht automatisch, dass die Zahlung als Ganzes offline genehmigt wird. Beide Entscheidungen sind getrennt.
Funktioniert Offline-EMV mit jeder Debitkarte?
Nein, nicht jede Debitkarte unterstützt Offline-EMV.
Die Offline-Fähigkeit hängt von Kartenprodukt, Kartenherausgeber, Terminal und Zahlungsanbieter ab. Besonders bei Debitkarten ist echte Offline-EMV nicht überall verfügbar. Die Unterstützung muss konkret geprüft werden.
Was entscheidet über eine Offline-Genehmigung?
Karte, Terminal und Risikoregeln bestimmen die Genehmigung.
Unter anderem die Fähigkeiten der Karte, die Terminaleinstellungen, Regeln des Kartenherausgebers, die Kartenart und zulässige Betragsgrenzen. Eine Offline-Genehmigung ist deshalb nicht bei jeder Zahlung möglich.
Was ist Offline-Datenauthentifizierung (ODA)?
ODA prüft kryptografisch die Echtheit von Chipkartendaten.
Offline-Datenauthentifizierung (ODA) ist eine kryptografische Prüfung durch das Terminal: Es prüft, ob bestimmte Daten der Chipkarte echt und unverändert sind. Die bestandene Prüfung ist ein Baustein der Sicherheit, aber noch keine Genehmigung des Zahlungsbetrags.
Was ist der Kartenherausgeber (Issuer)?
Der Issuer ist das Institut, das die Karte herausgibt.
Die Bank oder ein anderes Institut, das die Zahlungskarte ausgibt und Kartenregeln festlegt. Bei einer Online-Zahlung entscheidet der Issuer im Rahmen der Autorisierung über die Genehmigung.
Was bedeutet Acquirer?
Der Acquirer verarbeitet Zahlungen auf Händlerseite.
Der Zahlungsdienstleister beziehungsweise die Händlerbank auf der Akzeptanzseite. Er verarbeitet Kartenzahlungen für den Händler und organisiert deren Einreichung und Abrechnung über die beteiligten Zahlungsnetze.
Was heisst Autorisierung?
Autorisierung bedeutet Prüfung und Genehmigung oder Ablehnung einer Zahlung.
Online wird die Zahlungsanfrage über das Kartennetzwerk an den Kartenherausgeber bzw. das zuständige Autorisierungssystem gesendet. Bei echter Offline-EMV kann der Chip die Zahlung anhand der EMV-Regeln ohne Online-Anfrage genehmigen. Bei Store-and-Forward wird die Online-Autorisierung erst später versucht.
Risiken und Grenzen
Was bedeuten Clearing und Settlement?
Clearing verarbeitet Transaktionsdaten; Settlement verrechnet Beträge.
Beim Clearing werden die Transaktionen den beteiligten Stellen zur Abrechnung zugeordnet. Beim Settlement werden die Beträge zwischen den Beteiligten finanziell ausgeglichen. Die Gutschrift auf dem Händlerkonto kann anschliessend gemäss Auszahlungsplan erfolgen. Beides ist von der Autorisierung zu unterscheiden.
Wann wird eine Offline-Zahlung abgewiesen?
Eine Offline-Zahlung kann sofort oder später scheitern.
Sofort kann sie abgelehnt werden, wenn Chip, Terminal oder Zahlungsregeln keine Offline-Genehmigung erlauben, beispielsweise wegen fehlender Freischaltung oder Überschreitung eines Limits. Bei Store-and-Forward kann zusätzlich die spätere Online-Autorisierung scheitern, etwa bei unzureichender Deckung.
Was ist ein Offline-Limit?
Ein festgelegter Höchstbetrag für die Offline-Verarbeitung.
Ein Offline-Limit begrenzt beispielsweise den Betrag, bis zu dem eine Transaktion offline verarbeitet werden darf. Bei Store-and-Forward können auch Anzahl und Gesamtwert gespeicherter Transaktionen begrenzt sein. Konkrete Werte und Risikoregeln unterscheiden sich je nach Anbieter.
Funktionieren kontaktlose Karten offline?
Nur, wenn Karte, Terminal und Anbieter es unterstützen.
Teilweise. Kontaktlose Offline-Zahlungen sind nur möglich, wenn Kartenverfahren, Karte, Terminal und Anbieter sie im jeweiligen Einsatz unterstützen. Eine Kontaktlos-Funktion allein garantiert keine Offline-Zahlung.
Ist jede Chipkarte automatisch offline-fähig?
Nein, ein Chip allein macht eine Karte nicht offline-fähig.
Ein EMV-Chip alleine reicht nicht. Karte, Terminal und Akzeptanzsystem müssen die passende Offline-Verarbeitung erlauben. Manche Systeme sind grundsätzlich auf Online-Autorisierung ausgelegt.
Funktioniert TWINT ohne Internetverbindung?
Nein, TWINT benötigt eine Internetverbindung.
Für TWINT-Zahlungen wird eine Internetverbindung benötigt. Offline-EMV und Store-and-Forward für Zahlungskarten sind keine automatische Ersatzfunktion für TWINT.
Ist ein Offline-Zahlungsbeleg eine Zahlungsgarantie?
Nein, ein Beleg allein garantiert keine Vergütung.
Ein Beleg dokumentiert lediglich, dass ein Terminal eine Zahlung erfasst oder offline verarbeitet hat. Insbesondere bei Store-and-Forward kann der Kartenherausgeber die spätere Autorisierung noch ablehnen. Auch bei Offline-EMV gelten die konkreten Bedingungen und Haftungsregeln des Anbieters.
Wer trägt das Risiko bei Store-and-Forward?
Die Haftung richtet sich nach Anbieterregeln und Vertrag.
Bei nachträglich abgelehnten Zahlungen trägt häufig der Händler das Ausfallrisiko. Massgebend sind jedoch die konkreten Regeln des Zahlungsanbieters, des Kartenverfahrens und der vertraglich vereinbarten Haftung.
Praxis und Sicherheit
Welche Alternative gibt es zu Offline-Zahlungen?
Eine zweite Datenverbindung, zum Beispiel über Mobilfunk.
Fällt lediglich der örtliche Internetanschluss aus, kann eine korrekt konfigurierte Mobilfunkverbindung die reguläre Online-Zahlung ermöglichen. Bei einer Störung der Zahlungsplattform oder weiterer Infrastruktur hilft ein zweiter Internetzugang nicht zwingend. Ausfallszenario und Terminalanbindung sind vorab zu prüfen.
Was hilft bei einem Stromausfall?
Akkuterminal und gegebenenfalls eine USV.
Ein akkubetriebenes Terminal und gegebenenfalls eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Router und Netzwerkgeräte. Ohne funktionierende Stromversorgung ist auch ein Offline-Betrieb häufig nicht möglich.
Was sollte man den Zahlungsanbieter fragen?
Verfahren, Karten, Geräte, Limits, Haftung und Einführung klären.
Vor Kauf oder Vertragsänderung schriftlich nachfragen: Echte Offline-EMV oder Store-and-Forward? Welche Karten, Terminalmodelle und Zahlungsarten? Ab wann in der Schweiz verfügbar und wie freigeschaltet? Welche Betrags-, Zeit- und Speichergrenzen, Kosten und Haftungsregeln gelten? Wie wird später abgerechnet und kontrolliert?
Was tun, wenn der Offline-Speicher voll ist?
Weitere Offline-Zahlungen können blockiert werden.
Je nach Anbieter können weitere Offline-Zahlungen abgelehnt werden, sobald Anzahl- oder Speichergrenzen erreicht sind. Die Verbindung sollte rasch wiederhergestellt werden, damit gespeicherte Transaktionen übertragen werden.
Warum braucht es eine Abstimmung nach dem Netzausfall?
Damit keine Zahlung fehlt oder unbemerkt abgelehnt wird.
Damit jede gespeicherte Transaktion übertragen und verbucht wurde und allfällige Ablehnungen erkannt werden. Besonders bei Store-and-Forward muss kontrolliert werden, ob die Autorisierung tatsächlich erfolgreich war.
Wie testet man den Offline-Betrieb?
Mit dem Anbieter einen kontrollierten Test durchführen.
Vorab mit dem Anbieter einen erlaubten Test planen: Verbindung unterbrechen, Testzahlung durchführen, Status erfassen, Verbindung wiederherstellen und Autorisierung beziehungsweise Abrechnung kontrollieren.
Warum sind Offline-Zahlungen nicht überall gleich?
Karten, Geräte, Konfiguration und Verträge unterscheiden sich.
Kartenart, Issuer, Kartenverfahren, Terminalmodell, Vertrag und Anbieter-Konfiguration unterscheiden sich. Deshalb dürfen Aussagen zur Offline-Fähigkeit nicht pauschal auf jedes Zahlungsterminal übertragen werden.
Was ist die wichtigste Merkhilfe für beide Verfahren?
Offline-EMV genehmigt lokal; SAF autorisiert später.
Der zentrale Unterschied liegt beim Zeitpunkt der Genehmigung: Bei echter Offline-EMV wird die Zahlung lokal genehmigt und später zur Abrechnung übertragen. Bei Store-and-Forward wird sie zunächst gespeichert und später erst online autorisiert. In beiden Fällen müssen die jeweiligen Anbieterbedingungen geprüft werden.
Welche Arten von Zahlungsausfällen gibt es?
Zum Beispiel lokale Netz-, Plattform- und Stromausfälle.
Betroffen sein können der lokale Internetanschluss, Mobilfunk, Kassensystem, Terminal, Zahlungsdienstleister oder Teile der Zahlungsinfrastruktur. Bei Stromausfall brauchen Terminal und nötige Netzwerkgeräte eine alternative Stromversorgung. Ob eine Offline-Lösung hilft, hängt von der konkreten Technik und Störung ab.
Was geschieht, wenn die Karte eine Online-Prüfung verlangt?
Ohne Verbindung ist die geforderte Online-Autorisierung nicht möglich.
Will der Chip eine Online-Prüfung, ist die Zahlung damit nicht offline nach EMV genehmigt. Falls Kartenverfahren, Anbieter und Terminal es ausdrücklich erlauben, kann eventuell Store-and-Forward genutzt werden. Das ist jedoch keine gesicherte Genehmigung des Kartenherausgebers.
Funktionieren alle Karten und Wallets im Offline-Betrieb?
Nein, die konkreten Karten- und Zahlungsarten sind zu prüfen.
Die Schweizer Branchenlösung setzt insbesondere auf Chip und PIN. Ob physische Debit- und Kreditkarten, kontaktlose Zahlungen, Smartphones oder Uhren offline funktionieren, hängt von Kartenverfahren, Gerät, Wallet und Anbieter ab. Auch TWINT wird durch Karten-Offline-Verfahren nicht automatisch offlinefähig.
Wer garantiert die Vergütung einer Offline-Zahlung?
Eine pauschale Garantie gibt es nicht; Regeln und Vertrag zählen.
Bei Store-and-Forward kann eine später versuchte Autorisierung abgelehnt werden. Bei Offline-EMV bestimmen Kartenregeln und Akzeptanzvertrag das finanzielle Risiko. Im Schweizer Branchenmodell übernehmen kartenausgebende Banken einen Teil des Risikos. Vorher schriftlich klären, wer bei Ausfällen zahlt.
Wie erkennt der Händler den tatsächlichen Zahlungsstatus?
Durch Statusanzeigen, Transaktionsdaten und spätere Abstimmung.
Die Anzeige am Terminal allein reicht nicht, um eine endgültige Vergütung nachzuweisen. Wichtig sind Kennzeichnungen für offline angenommene, erfolgreich übermittelte, noch offene und abgelehnte Zahlungen. Der Händler sollte den Status im Händlerportal oder im Bericht kontrollieren und Transaktionen eindeutig zuordnen können.
Was muss vor der Offline-Nutzung vertraglich geklärt sein?
Verfahren, Freischaltung, Limits, Haftung, Kosten und Abrechnung.
Für jedes konkrete Terminalmodell klären: Echte Offline-EMV, Store-and-Forward oder beides? Ab wann verfügbar, welche Karten und Zahlarten, welche Maximalbeträge und Speicherdauer? Wer trägt abgelehnte Zahlungen, welche Zusatzkosten gelten und wie werden Transaktionen nach dem Ausfall übertragen und kontrolliert?
Schweiz 2027
Was ist die Schweizer Offline-Branchenlösung 2027?
Ein schrittweise eingeführtes System für resiliente Kartenzahlungen.
Das BWL entwickelte mit SNB, Banken, Zahlungsanbietern und Handel eine schweizweite Lösung, insbesondere für lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff. Autorisierung: zwischen Karte und Terminal mit Chip und PIN. Die breite Einführung ist bis Ende 2027 vorgesehen; die Umsetzung erfolgt schrittweise.
Welche Mastercard-Vorgaben gelten ab 2027?
Neue Mastercard-Karten ab Februar, neue Terminals ab Mai 2027.
Mastercard kündigte an, ab Februar 2027 neu ausgegebene Karten in Europa offlinefähig zu machen. Bis Mai 2027 sollen neu installierte und ausgetauschte Terminals Offline-Zahlungen unterstützen. Die Einführung erfolgt schrittweise. Bestehende Karten und Geräte werden durch diese Termine nicht automatisch offlinefähig.